vor allem in ihrer Unverfälschtheit zu hören, ist ein ganz besonderer Genuss.  Seit einigen Jahren sammle ich  Schellackplatten mit argentinischer Tangomusik. Die Sammlung umfasst  nunmehr über 400 Originale. Darunter sind bekannte Orchester wie  Di Sarli, D’Arienzo, Pugliese, Fr.Canaro, Fresedo, Biagi, Troilo usw.,  aber auch unbekanntere Orchester und Interpreten, welche auf der  normalen “Konservenmilonga” so gut wie nie zu hören sind.

Eine Schellackplatte ist auf jeder Seite mit nur einem Lied, max. 5 min  bespielt. Die Rille, welche die Toninformationen enthält, ist relativ  groß im Gegensatz zu späteren Vinyl-Langspielplatten, welche Jeder  kennt. Während die Langspielplatten mit Diamanten, die sehr geringen  Abrieb haben , abgetastet werden, stehen zum Spielen von  Schellackplatten Stahlnadeln zur Verfügung, welche je nach Art und  Qualität nach dem Abspielen einer Platte oder gar Plattenseite  ausgetauscht werden müssen. Die Lebensdauer einer Schellackplatte hängt  sehr stark davon ab. Aufgrund des Materials Schellack und der gröberen Abtastung ist sie sehr viel geringer als die der Langspielplatte.

Ursprünglich wurden Schellackplatten mit rein mechanischen Geräten abgespielt, dem  Grammophon. Ein Federlaufwerk, welches mit einer Kurbel bedient wird,  treibt den Plattenteller an und muss nach einer Plattenseite wieder  aufgezogen werden. Über einen Fliehkraftregler kann die Geschwindigkeit  reguliert werden.  Der Ton gelangt über die Nadel an eine Membran in  der Schalldose. Von da in ein Rohrsystem, welches sich verbreitert und  meist in einem Trichter endet. Der Ton wird dadurch, ähnlich einem  Blechblasinstrument verstärkt; die Gesamtlautstärke ist begrenzt. Sie  kann aber durch Verwendung spezieller Nadeln reguliert werden. Es gibt  Nadeln mit den verschiedensten Charaktereigenschaften wie “leise Nadeln”, “mittellaute Nadeln”, “extra laute Nadeln”, Abstufungen dazwischen,  sogar “nervenberuhigende Nadeln”, welche das Knistern reduzieren sollen.

1934 beginnt bei PERPETUUM die Serienfertigung des ersten kompletten  Plattenspielerchassis mit Elektromotor und elektromagnetischem  Tonabnehmer von EBNER. Das lästige Kurbeln entfällt und der Ton kann  über Verstärker abgespielt werden. Dadurch können Lautstärke und Klang bequem den Räumlichkeiten angepasst werden. Der Tonabnehmer wird vorerst  weiterhin noch mit den üblichen Stahlnadeln bestückt.

Einen PERPETUUM EBNER 50N  verwende ich zum Auflegen von Schellackplatten.

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